JAHR DER MATHEMATIK
Tag der Geisteswissenschaften 2008:
Musik und Mathematik

29. Oktober 2008

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin

Tag der Geisteswissenschaften 2008

Musik und Mathematik

Die Musik und die Mathematik – zwei Welten oder eng verknüpft? Der siebte Tag der Geisteswissenschaften widmet sich den vielfältigen Verbindungen zwischen den Disziplinen.

 

Der Forschungsschwerpunkt von Ehrhard Behrens, Professor für Mathematik an der Freien Universität Berlin, liegt auf den Gebieten der Funktionalanalysis und der Wahrscheinlichkeitstheorie. In seinem Vortrag, den Behrends mit einer Reihe von Experimenten begleitet, widmet er sich den Berührungspunkten zwischen Musik und Mathematik: So wird erklärt werden, warum die zwölfte Wurzel aus Zwei eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Tonleitern spielt, worum es bei der Fourieranlayse geht und inwiefern der Zufall nicht nur in der Musik Mozarts positiv eingesetzt werden kann.

 

Sebastian Klotz ist Professor für Systematische Musikwissenschaft an der Universität Leipzig. In seinem Vortrag untersucht er, inwiefern die mathematische Musiktheorie nach Mazzola und Noll zum Verständnis von musikalischem Denken, vom Verhältnis zwischen Mathematik und Musik und von Kompsition bzw. vom Komponieren beitragen kann. Schließlich diskutiert er die spezifischen Herausforderungen, die Musik als eigene Form des Wissens und als ästhetische Praxis für jegliche mathematische Modellierungen bereithält.

 

Orm Finnendahl ist Komponist und Professor für Komposition, Elektronische Musik und Leitung des Elektronischen Studios an der Musikhochschule Freiburg. Er wird die melodisch-harmonische Architektur der Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach und eines seiner eigenen Klavierwerke untersuchen. Anhand dieser  mit Hörbeispielen illustrierten Analyse verdeutlicht er die Zusammenhänge zwischen musikalischen Beziehungen und mathematischen Beschreibungsmodellen bei der kompositorischen Arbeit in ihrer Bedeutung für die Wahrnehmung.


Die Aufführung einiger Sätze der "Goldberg-Variationen" und des 4. Satzes der "Versatzstücke" von Orm Finnendahl durch den renommierten Pianisten Benjamin Kobler beschließt den Vortrag. Beide Künstler verbindet eine langjährige Zusammenarbeit.

 


Programm


18.00 Uhr

Jürgen Kocka

Vizepräsident der Akademie

Grußwort

 

Eberhard Knobloch

Technische Universität Berlin und Akademiemitglied

Einführung

 

18.15 Uhr

Ehrhard Behrends

Freie Universität Berlin

Mathematik, die man hören kann

 

19.00 Uhr

Sebastian Klotz

Universität Leipzig

Faktische Musik – fiktive Mathematik

 

- Pause  -

 

20.15 Uhr

Orm Finnendahl

Musikhochschule Freiburg

Kalkulierte Empfindung: Was ist an der Musik mathematisch?

 

21.00 Uhr

Benjamin Kobler

Flügel

Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen

Orm Finnendahl: Versatzstücke, 4. Satz

 


Bereits ab 17 Uhr, in der Pause und nach den Vorträgen besteht Gelegenheit, einige Exponate zum Thema "Mathematik und Kunst" aus der Ausstellung "Mathematik für alle Sinne" (Konzeption Professor Ehrhard Behrends) zu besichtigen.


Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Eine Veranstaltung im Rahmen des Jahres der Mathematik 2008 .


Veranstaltungszeitraum:

18.00-22.00 Uhr

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