Joachim Quack: K. R. Lepsius als Historiker

Vortragsreihe "Karl Richard Lepsius"

08. März 2011

Pergamon-Museum, Theodor-Wiegand-Saal, Am Kupfergraben 5, 10117 Berlin

Aus Anlass des 200. Geburtstag von Karl Richard Lepsius veranstalten das „Altägyptische Wörterbuch” der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die Junge Akademie und das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung eine Vortragsreihe zur Würdigung des Begründers der deutschen Ägyptologie. Joachim Quack spricht im fünften Vortrag der Reihe über den Historiker K. R. Lepsius.

Joachim Quack: K. R. Lepsius als Historiker
Joachim Quack: K. R. Lepsius als Historiker

Hinweis: Die Veranstaltung findet im Pergamon-Museum, Theodor-Wiegand-Saal,  Am Kupfergraben 5, 10117 Berlin statt!

 

Im fünften Vortrag der Veranstaltungsgsreihe, mit der die Verdienste Karl Richard Lepsius gewürdigt werden, spricht Joachim Quack über Karl Richard Lepsius als Historiker. Joachim Friedrich Quack ist Professor für Ägyptologie an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Er ist ein international anerkannter Philologe, der sich unter anderem durch exzellente Textkenntnis aller Genre und Sprachstufen des Ägyptischen auszeichnet.

 

In Karl Richard Lepsius’ Schrifttum nehmen historische Studien einen substantiellen Platz ein. Dabei lassen sich gewisse Tendenzen erkennen. Einerseits liegt ein großes Augenmerk auf chronologischen Fragen -  eines von Lepsius’ frühesten und auch umfangreichsten Werken gilt der Chronologie, bleibt aber unvollendet. Andererseits ist das Bestreben deutlich, zunächst einfach das Quellenmaterial vorzulegen, so in der „Auswahl der wichtigsten Urkunden des ägyptischen Alterthums“, deren Akzent ganz wesentlich auf Königslisten liegt.

 

Die griechischen und lateinischen Historiker sind für Lepsius’ Arbeit offensichtlicher Bezugspunkt, gerade Manethos Werk liefert den Rahmen. Von ägyptischen Monumenten werden vorrangig die Königsnamen und Daten herangezogen. Versuche, anhand etwa ägyptischer Königsinschriften Details der historischen Ereignisse zu verfolgen, unterbleiben noch, wie Lepsius auch sonst selten längere Inschriften im Ganzen übersetzt.

 

Auffällig ist auch, daß Lepsius nie eine Gesamtdarstellung der ägyptischen Geschichte geschrieben hat, sondern es dem Gelehrten und Diplomaten Christian J. Bunsen überlassen hat, das monumentale Werk „Ägyptens Stellung in der Weltgeschichte“ (1844-1857) herauszubringen.

 

Im Vortrag soll der Versuch unternommen werden, Lepsius’ Verdienste angemessen zu würdigen und sein Vorgehen in die generelle Entwicklung der Ägyptologie einzuordnen, die sich damals noch in einer ausgesprochenen Pionierphase befand.

 

Eine Vortragsreihe zur Würdigung Karl Richard Lepsius'

 

Der deutschen Ägyptologe Karl Richard Lepsius – 1810 in Naumburg geboren und aufgewachsen – studierte zunächst Philologie und vergleichende Sprachwissenschaft. Angeregt durch Carl Josias Bunsen und Alexander von Humboldt begann er, sich den Studien der ägyptischen Sprache zu widmen, einer Sprache, die erst seit 1822 durch die Entzifferung der Hieroglyphen von Jean-François Champollion in ihrer Bedeutung bekannt geworden war.

 

Lepsius beschäftigte sich nicht nur theoretisch als genialer Sprachforscher mit dem Schriftsystem, sondern bereiste und erkundete zudem als Leiter der von Friedrich Wilhelm IV. ausgesandten dreijährigen Expedition (1842–45) Ägypten und Nubien. Die von dieser Reise mitgebrachten Objekte sollten damals mit den bereits in Berlin vorhandenen Aegyptiaca einen Teil der Ausstellungsräume des im Bau befindlichen Neuen Museums füllen. Für die Inszenierung dieser Ausstellung entwarf Lepsius ein beeindruckendes, heute noch teilweise erhaltenes Bildprogramm für Wände und Decken.

 

Aus Anlass des 200. Geburtstags von Karl Richard Lepsius am 23. Dezember 2010 widmen das „Altägyptische Wörterbuch“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung und die Junge Akademie diesem bedeutenden Ägyptologen eine Vorlesungsreihe. Sie würdigen damit Lepsius als Universalgelehrten, Expeditionsleiter sowie Museumsgestalter und laden Interessierte zu einer Reise durch die facettenreiche Welt der Ägyptologie (Entzifferung, Geschichte, Religion, Archäologie, Museum) auf den Spuren ihres Pioniers ein.

 

Die nächste Veranstaltung  mit einem Vortrag von Friederike Seyfried  mit dem Titel „Der Ausstellungs- und Museumsgestalter” findet am 22.03.2011 im Theodor-Wiegand-Saal des Pergamon-Museums statt.

  

Die drei veranstaltenden Institutionen:
- Akademienvorhaben „Altägyptisches Wörterbuch“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
- Ägyptisches Museum und Papyrussammlung. Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preussischer Kulturbesitz
- Die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina

 

Die Veranstaltungen finden statt mit freundlicher Unterstützung des „Vereins zur Förderung des Ägyptischen Museums Berlin e.V.“ .

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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