Leibniztag 2011

Festveranstaltung

18. Juni 2011

Konzerthaus am Gendarmenmarkt, 10117 Berlin

Beim alljährlichen Leibniztag werden die wichtigsten Auszeichnungen der Akademie verliehen. Den Festvortrag mit dem Titel "Die vierte Welle. Demokratisierung in der arabischen Welt: Geschichtswende oder falscher Frühling?" hält der ZEIT-Herausgeber Josef Joffe. Begleitet wird die Festveranstaltung von dem Cellisten Julian Arp und dem Pianisten Caspar Frantz.

Leibniztag 2011
Leibniztag 2011

PROGRAMM


Grußansprache des Präsidenten
Günter Stock


AUSZEICHNUNGEN DER AKADEMIE
Verleihung der Leibniz-Medaille durch den Präsidenten
Fotis C. Kafatos
Ernst-Ludwig Winnacker


Verleihung des Akademiepreises

durch den Vorsitzenden der Preisträgerfi ndungskommission, Jochen Brüning
Martin Mulsow


Musikalisches Intermezzo I
Robert Schumann – Fantasiestücke op. 73
für Violoncello und Klavier
 

FESTVORTRAG
DIE VIERTE WELLE
Demokratisierung in der arabischen Welt:
Geschichtswende oder falscher Frühling?

Josef Joffe
Herausgeber der ZEIT

Festvortag als PDF (PDF, 36KB) 


Musikalisches Intermezzo II
Astor Piazzolla – Le Grand Tango
 

BERICHT DES PRÄSIDENTEN
als PDF (PDF, 52KB) 

 

Anschließend Empfang im Beethoven-Saal des Konzerthauses
Einlass ab 9.15 Uhr.
Die Gäste werden gebeten, ihre Plätze bis 9.50 Uhr einzunehmen.

 

DER FESTVORTRAG
Die Demokratisierung verlief bisher in drei Wellen. Die erste war die amerikanische, die mit der Revolution von 1776 begann und sich nach dem Ersten Weltkrieg in Europa ausbreitete. Die zweite begann mit dem Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Die dritte war die größte – vom Fall der portugiesischen Diktatur 1974 bis zum Fall der Berliner Mauer 1989, gefolgt vom Niedergang des sowjetischen Imperiums. Freilich erzeugte jede Welle ihre Gegenwelle. Auf die demokratischen Revolutionen am Beginn des 20. Jahrhunderts folgten Bolschewismus, Faschismus und Nazismus. Der Frühling nach 1945 war nur kurz: In China, Korea, Taiwan, Iberien und Osteuropa setzten sich die Totalitären und Autoritären durch. Die dritte Welle (ab 1974) lief um den gesamten Globus – zerbrach aber an den Mauern der islamisch-arabischen Welt.

 

Die vierte Welle hat nun auch diesen Teil erreicht, und auchsie hat die Gegenbewegung ausgelöst – siehe Libyen oder Syrien. Deshalb die grundsätzliche Frage: Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit die Demokratie Wurzeln schlage? Sind es vorweg die ökonomischen – oder die politischen und kulturellen? Welche arabischen Staaten sind besser positioniert? Wie können Despoten überhaupt bestehen in einer globalisierten Welt, in der die Staaten sich nicht mehr abschotten können – und schon gar nicht gegen die Bilder, die in Echtzeit alle Grenzen überwinden?


Der Festredner ist Herausgeber der ZEIT, Senior Fellow und Professor der Politikwissenschaft an der Stanford University. Er hat Politik, Wirtschaft und Philosophie in Amerika und Europa studiert, in Harvard den Ph.D. erworben. In den USA unterrichtete er in John Hopkins, Harvard, Princeton und Stanford, in Europa an der Universität München und am Salzburg Seminar. Gastvorlesungen führten ihn von Berkeley bis Yale, von Oxford bis Zürich. Er war Leitartikler und Ressortchef der Süddeutschen Zeitung und bis 2004 Chefredakteur der ZEIT.

 

DIE KÜNSTLER
Julian Arp (geb. 1981, Violoncello) und Caspar Frantz (geb. 1980, Klavier), beide Absolventen der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, musizieren seit 1996 gemeinsam. Zahlreiche Erfolge, darunter erste Preise beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, beim Felix Mendelssohn Bartholdy Wettbewerb und beim Internationalen Kammermusik-Wettbewerb „Premio Vittorio Gui“ in Florenz sowie Einladungen zu den großen internationalen Festivals dokumentieren ihren künstlerischen Rang innerhalb der jungen Musikergeneration. Das Festival „Zeitkunst“ steht unter ihrer künstlerischen Leitung.

Die postalische Einladung gilt als Einlasskarte. Um Rückmeldung bis zum 06.06.2011 unter festsitzung@bbaw.de wird gebeten. Der Eintritt ist frei.

© 2020 Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften