Translatio Nummorum - Römische Kaiser in der Renaissance

Internationales Symposium

16. - 18. November 2011

16. und 17. November: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal, Jägerstrasse 22/23, 10117 Berlin 18. November: Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin Bode-Museum, Gobelin-Saal Am Kupfergraben 1, 10178 Berlin

In der Renaissance waren antike Münzen nicht nur bevorzugtes Sammelobjekt, sondern spielten auch eine wichtige Rolle bei der Wiederentdeckung der antiken Kultur. Ihre Rolle bei der Erforschung, Interpretation und (Re-)Konstruktion der antiken Kultur und Geschichte in der frühen Neuzeit zu analysieren, ist Ziel des Symposiums „translatio nummorum - Römische Kaiser in der Renaissance“.

Translatio Nummorum - Römische Kaiser in der Renaissance
Translatio Nummorum - Römische Kaiser in der Renaissance

In der Epoche des Renaissance-Humanismus waren Münzen aufgrund ihrer geringen Größe und relativ leichten Zugänglichkeit nicht nur bevorzugtes Sammelobjekt, sondern spielten auch eine wichtige Rolle bei der Wiederentdeckung der antiken Kultur. Der große Informationswert antiker Münzen für historische, archäologische, geographische, mythologische, ideologiegeschichtliche sowie kunsthistorische Forschungen wurde erstmals von den Humanisten erkannt. Von hier nahm die Numismatik als Wissenschaft ihren Ausgangspunkt.


Die Rolle der antiken Münzen bei der Erforschung, Interpretation und (Re-)Konstruktion der antiken Kultur und Geschichte in der frühen Neuzeit zu analysieren, ist Ziel des Symposiums „translatio nummorum - Römische Kaiser in der Renaissance“. Insbesondere geht es darum, die bislang eher getrennten kunsthistorischen und numismatischen Forschungsansätze zu vereinigen, um eine adäquate wissenschaftshistorische Aufarbeitung dieses Themas zu erreichen.

 

Im Mittelpunkt stehen dabei Aufbau, Zweck, Ausrichtung und Zielgruppe einzelner frühneuzeitlicher Schriften sowie deren Methodik und Klassifi zierung. Auch die Autoren der Werke werden in den Blick genommen. Ferner geht es um die Herausbildung der numismatischen Quellenkunde, die Rolle der Münzen bei der Verifizierung der literarischen und inschriftlichen Zeugnisse der Antike und den Wert der antiken Münzen als Kulturträger. Eine wichtige Rolle spielen dabei Fragen der Beeinflussung von Interpretationen und teilweise sogar Fälschungen von Münzen durch den Zeitgeist – Fragen, die mit der Idealisierung der Antike und der Antike als moralischem Maßstab für die Moderne zusammenhängen.

 

Veranstalter:

Das Symposium wird von dem für drei Jahre vom BMBF geförderten Verbundprojekt „Translatio nummorum – Die Aneignung der antiken Kultur durch Antiquare der Renaissance im Medium der Münzen“ veranstaltet.


Census of Antique Works of Art and Architecture
Known in the Renaissance (BBAW / HUB) 

Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin (Stiftung Preußischer
Kulturbesitz) 

Kunsthistorisches Institut in Florenz (Max-Planck-Institut) 
 

BBAW, Leibniz-Saal

14.30 Uhr

Begrüßung
Bernd Kluge
Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin
 

Arnold Nesselrath
Vatikanische Museen, Rom / Humboldt-Universität zu Berlin

Alessandro Nova
Kunsthistorisches Institut in Florenz, MPI
 

Einführung
Ulrike Peter
BBAW, Berlin

 


ANTIQUARE UND IHRE SCHRIFTEN I

Moderation: Bernd Seidensticker
Freie Universität Berlin , Akademiemitglied

15.30 Uhr

Numismatische Debatten zwischen Spanheim, Vaillant und Morell
Martin Mulsow
Forschungszentrum Gotha / Universität Erfurt


16.00 Uhr

Notes on the Study of Greek Coins in the Renaissance
Jonathan Kagan
New York
 

16.30 Uhr

Pause
 

17.00 Uhr 

Die „Fasti magistratuum et triumphorum Romanorum“ des Hubert Goltzius
Eine Analyse der Münzbilder
Wilhelm Hollstein
Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
 

17.30 Uhr

Der Nutzen der Numismatik bei Hubert Goltz
Henning Wrede
Humboldt-Universität zu Berlin
 

18.00 Uhr

Pause
 

19.30 Uhr

Abendvortrag
im Rahmen des Jahresthemas der Akademie „ArteFakte. WISSEN IST KUNST – KUNST IST WISSEN“
 

Einführung
Horst Bredekamp
Humboldt-Universität zu Berlin, Akademiemitglied
 

Sinnes-Wissen
Verblendung und Erleuchtung antiker Kunst in der Renaissance
Ulrich Pfisterer
Ludwig-Maximilians-Universität München

 

mehr Informationen zum Vortrag im Rahmen des Jahresthemas „ArteFakte. WISSEN IST KUNST – KUNST IST WISSEN“ 

BBAW, Leibniz-Saal

ANTIQUARE UND IHRE SCHRIFTEN II
Moderation: Arnold Nesselrath

Vatikanische Museen Rom / Humboldt-Universität zu Berlin
 


09.00 Uhr

Pirro Ligorio e le monete, tra storia e mito:
l‘esempio di Nerone

Patrizia Serafin
Università di Tor Vergata, Rom

09.30 Uhr

Pirro Ligorio‘s Use (or Abuse) of Numismatic Evidence
Ian Campbell
College of Art, Edinburgh / Bibliotheca Hertziana, Rom
 

10.00 Uhr

Pause


ANTIQUARE UND IHRE SAMMLUNGEN
Moderation: Bernhard Woytek
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien
 

10.30 Uhr

The numismatic interests of Laevinus Torrentius (1525-1595),

one of the foremost humanists of his time

François de Callataÿ
Bibliothèque royale de Belgique, Brüssel
 

11.00 Uhr

The Mystery of the Missing Cabinet:
Andrea Loredan‘s Coin Collection and its Fate

John Cunnally
Iowa State University, Ames
 

11.30 Uhr

Die Schellenberg-Briefe
Ein wertvolles Zeugnis für den Kenntnisstand
eines „normalen“ Sammlers zur römischen Antike
Ursula Kampmann
Lörrach
 

12.00 Uhr 

Mittagspause

MÜNZEN UND WISSENSTRANSFER
Moderation: Peter-Hugo Martin
Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin
 

14.00 Uhr

Erschließung römischer Münzen als historische Quelle

Das Beispiel Sebastiano Erizzo
Ulrike Peter
BBAW, Berlin
 

14.30 Uhr

Die Kontorniaten in der renaissancezeitlichen Numismatik
Peter Franz Mittag
Universität zu Köln
 

15.00 Uhr

Pause


MÜNZEN ALS VORLAGEN
Moderation: Reinhard Wolters
Universität Wien
 

15.30 Uhr

Ancient Coins on Buildings in Lombardy in the Late Quattrocento
Andrew Burnett
British Museum, London
 

16.00 Uhr

Roman Imperial Coins as an Inspiration for
Medieval and Renaissance Numismatic Imagery

Alan M. Stahl
Princeton University
 

16.30 Uhr

Die Rezeption antiker Münzen im Medium der Zeichnung
von Pisanello bis Leonardo da Vinci
Dagmar Korbacher
Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin
 

17.00 Uhr

Pause
 

17.30 Uhr

PROJEKT-PRÄSENTATIONEN
 

Census of Antique Works of Art and Architecture
Known in the Renaissance

Stefan Luboschik
BBAW, Berlin / Universität Potsdam
 

Das digitale Corpus der antiquarischen Literatur
zu antiken Münzen in der frühen Neuzeit

Ulrike Eydinger
Kunsthistorisches Institut in Florenz, MPI

Der Interaktive Katalog des Berliner Münzkabinetts
Timo Stingl
Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin

 

ab 19.45 Uhr

führen die Ausstellungskuratoren Sabine Hoffmann, Ruben Rebmann und Stefan Weppelmann die Referenten und Sektionsleiter durch die Sonderausstellung „Gesichter der Renaissance“ im Bode-Museum.

Bode-Museum, Gobelin-Saal
 

MÜNZEN UND BILDER
Moderation: Anna Schreurs-Morét
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
 

09.30 Uhr

imagines verae?
Die Münzporträts in der antiquarischen Forschung der Renaissance
Gian Franco Chiai
BBAW, Berlin
 

10.00 Uhr 

Die Münze als Träger ikonographischen Wissens
Ein Hilfsmittel bei der Identifizierung antiker Götterbilder in der Renaissance?
Ulrike Eydinger
Kunsthistorisches Institut in Florenz, MPI
 

10.30 Uhr

Pause
 

10.45 Uhr

Esempi di modelli iconografi ci nelle raffi gurazioni monetali presenti in manoscritti e libri a stampa nella Repubblica di Venezia durante il XVI secolo
Marco Callegari
Museo Bottacin, Padua


11.15 Uhr

Vergleichendes Sehen
Die Numismatik als Wurzel der Stilkritik
Neela Struck
BBAW, Berlin
 

11.45 Uhr

Pause

NACHAHMUNGEN UND FÄLSCHUNGEN
Moderation: Jan Simane
Kunsthistorisches Institut in Florenz, MPI
 

12.00 Uhr

Ciriacos Numismata

Die Bedeutung der Münzkunde für die antiquarische Praxis Ciriacos d' Ancona
Michail Chatzidakis

Chania
 

12.30 Uhr

Tra „aemulatio” e frode: storie di monete, storie di falsi
Federica Missere Fontana
Accademia Italiana di Studi Numismatici, Modena

13.00 Uhr

Mittagspause

 

ADAPTIONEN UND TRANSFORMATIONEN
Moderation: Ute Wartenberg Kagan
American Numismatic Society, New York
 

14.30 Uhr

Transformationen antiker Kaisermünzen in der Renaissance
Johannes Helmrath
Humboldt-Universität zu Berlin
 

15.00 Uhr

Wege der Auseinandersetzung mit der Antike
Beispiele aus dem Bestand der Sammlung von
Renaissance-Medaillen des Berliner Münzkabinetts
Karsten Dahmen
Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin

15.30 Uhr

Pause
 

15.45 Uhr

Vom Tyrannenmörder zum Souverän
Umdeutungen des Brutuskultes im 16. Jahrhundert
Vera Schulz
Kunsthistorisches Institut in Florenz, MPI
 

16.15 Uhr

Von Caesar bis Domitian
Nachahmung als kulturelles Schicksal
Bernhard Weisser
Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin

16.45 Uhr 

Pause
 

17.00 Uhr

Abschlussdiskussion
 

19.00 Uhr

Empfang

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung unter translatio@bbaw.de ist erforderlich.

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