Verleihung des Preises der Akademie, gestiftet von der Commerzbank-Stiftung

Festsitzung

17. Oktober 2017

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin

Mit dem Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, gestiftet von der Commerzbank-Stiftung, werden herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Grundlagen des Rechts und der Wirtschaft ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 30.000 € dotiert.

Verleihung des Preises der Akademie, gestiftet von der Commerzbank-Stiftung
Verleihung des Preises der Akademie, gestiftet von der Commerzbank-Stiftung

 

 

Mit dem Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, gestiftet von der Commerzbank-Stiftung, werden herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Grundlagen des Rechts und der Wirtschaft ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 30.000 € dotiert.

 

Der Festvortrag:

Recht und Wirklichkeit stehen in einem Spannungsverhältnis, das seinen Ausdruck in dem Unterschied zwischen Sollendem und Seiendem, in den methodischen und theoretischen Ansätzen wissenschaftlicher Disziplinen, die sich mit Recht und rechtlichen Institutionen befassen, und nicht zuletzt in der Instrumentalisierung von Recht zu politischen Zwecken, findet. Im Bereich der Methodik und Theorienbildung hat die sozialwissenschaftliche Erfassung des Rechts in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht, vor allem, aber nicht nur, in den USA. „Law and economics“ gehört zum selbstverständlichen ABC der akademischen Diskussion und ist weit in die juristische Ausbildung vorgedrungen. In jüngster Zeit ist die empirische Rechtsanalyse mit Statistik, Laborversuchen und dergleichen mehr hinzugekommen. Weitgehend vernachlässigt worden ist dem gegenüber die Erklärung sozialer Systeme mit Hilfe rechtlicher Analyse. Dieser Vortrag soll einen ersten Beitrag hierzu leisten, im Anschluss an die, aber auch im Bestreben einer Fortentwicklung der Ordotheorien.

 

 

Die Preisträgerin:

Professor Dr. iur. Marietta Auer, M.A., LL.M., S.J.D. (Harvard) ist Zivilrechtswissenschaftlerin und Rechtsphilosophin. Sie forscht über philosophische und soziologische Ideengeschichte des Privatrechts, interdisziplinäre Privatrechtstheorie, Privatrechtsvergleichung, Europäisches Privatrecht und außerstaatliche Privatrechtsregimes, ferner über dogmatische Fragen des bürgerlichen Rechts sowie des Handels- und Gesellschaftsrechts. Bereits mit ihrer Dissertation, in der sie die Entwicklung der Generalklauseln „Gute Sitten“ und „Treu und Glauben“ am Beispiel der Bürgschaften naher Angehöriger als Ausprägung fundamentaler Wertungskonfl ikte des Privatrechts zwischen Vertragsfreiheit und Sozialschutz deutet, sowie mehr noch in ihrer Habilitationsschrift über den Privatrechtsdiskurs der Moderne weitet sie den rechtswissenschaftlichen Blick in die Rechtsgeschichte, Philosophie und Soziologie hinein. Sie geht damit den vielfach unrefl ektierten Voraussetzungen und Implikationen zentraler Konzepte der Privatrechtswissenschaft nach – ein Forschungsprogramm, von dem auch ihre weiteren Arbeiten konsequent geprägt sind. Beide Publikationen wurden als juristisches Buch des Jahres ausgezeichnet.

 

Die Künstlerinnen: 
Yehjin Chun, 1992 in Südkorea geboren, spielt seit ihrem fünften Lebensjahr Cello. Ihre musikalische Ausbildung absolvierte sie an der Yewon School und an der Seoul Arts High School. Seit 2009 studiert sie an der Universität der Künste Berlin (UdK). Sie trat als Solocellistin auf, spielte in verschiedenen Kammermusikensembles und gewann zahlreiche nationale und internationale Wettbewerbe, darunter den Strad-Wettbewerb, den Segye Ilbo Wettbewerb sowie beim Summit Music Festival Concerto Competition in New York und beim Asia Youth Competition in Singapur. Die japanische Pianistin Naoko Sonoda tritt als Solistin und Kammermusikerin in Europa und Asien mit Orchestern wie dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und den Berliner Philharmonikern auf und arbeitete u. a. mit den Solisten Andrei Ioniță, Danjulo Ishizaka, Jens Peter Maintz und Kolja Blacher zusammen. Sie studierte an der Universität der Künste Berlin bei Rainer Becker und erhielt Unterricht in Kammermusik
bei Tabea Zimmermann und Natalja Gutman. Sie erlangte zahlreiche Preise bei internationalen Klavier- und
Kammermusikwettbewerben, darunter in Triest (Italien) und Łódź (Polen), und sie erhielt den Preis als beste Pianistin beim 15. Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb.

 

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 7.10. Zur Anmeldung 

 

 

DAS PROGRAMM


Musikalischer Auftakt

Frédéric Chopin – Cello Sonata Op. 65 3. Satz


Grußworte
Martin Grötschel
Akademiepräsident
Jan-Hendrik Olbertz
Mitglied des Stiftungsrats der Commerzbank-Stiftung

Laudatio
Wolfgang Schön
Direktor am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen
Akademiemitglied


Verleihung des Preises an Marietta Auer
Martin Grötschel
Jan-Hendrik Olbertz


Ansprache der Preisträgerin


Musikalisches Intermezzo
Luigi Boccherini – Cello Sonata c-Moll G2 1. Satz

 

Festvortrag
Recht zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Ansätze einer rechtlichen Theorie sozialer Systeme
Katharina Pistor
Columbia Law School, New York (USA)

Akademiemitglied


Musikalisches Finale
Peter Tschaikowsky – Pezzo capriccioso Op. 62

Es spielen:
Yehjin Chun, Cello
Naoko Sonoda, Klavier
 

 

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich.

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