Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe untersucht die Strategien der akademischen Wissensaneignung im Vergleich der Disziplinen und Epochen.


Welche Standards gelten bei der Dokumentation der Aneignung von Wissen in akademischen Zusammenhängen, in welchen Disziplinen bzw. multi- und transdisziplinären Zusammenhängen und warum? Die Arbeitsgruppe wird versuchen, einen Beitrag zur präziseren Beschreibung der Verschiedenheit der Regeln sowohl im Blick auf die Disziplinen als auch auf die unterschiedlichen Epochen zu liefern. Sie wird erklären, warum es zusätzlich zu aller (statistisch verstandenen) Verschiedenheit noch dynamischen Wandel von Verschiedenheiten gibt und Gründe dafür zusammenstellen. Sie fragt nach präzisen Begriffsdefinitionen, problematisiert die Idee einer mathematischen Messbarkeit wissenschaftlicher Originalität und diskutiert an den Beispielen von Zitat und Paraphrase die Praktiken verschiedener Disziplinen an konkreten Fällen. Dabei werden die medientheoretischen, rhetorisch-sprachlichen und wissenschaftspolitischen, juristischen und ethischen Dimensionen des Themas berücksichtigt.

 

Die Ergebnisse der IAG werden 2015 im Rahmen einer Monographie veröffentlicht. Bisher hat sich die IAG in ihren bisherigen Arbeitssitzungen folgenden Schwerpunkten gewidmet:

  • Die Geschichtlichkeit literarischer Eigentumsregeln als Problem der Wissenschaft
  • Die Perspektive der DFG auf das Problem von Zitat und Paraphrase
  • ALLEA und der European Code of Conduct for Scientific Research
  • Zitieren und Paraphrasieren in britischen und deutschen Geisteswissenschaften: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
  • Zitat und Paraphrase im Journalismus
  • Zitat und Paraphrase in den Naturwissenschaften (Zitierweise in den Naturwissenschaften / Was, wie und warum zitiert man in der Medizin?/ Geistiges Eigentum und die interne Selbstkontrolle der Wissenschaftler in den Lebenswissenschaften)
  • Begriffsdefinition von Zitat und Paraphrase in unterschiedlichen wissenschaftlichen Kontexten
  • Kulturen des wissenschaftlichen Belegens und die Öffnung der Archive im 19. Jahrhundert
  • Bibliometrie
  • Leistungsmessung in der Wissenschaft

 

Weitere Sitzungen sind zu folgenden Schwerpunkten geplant:

  • Wissenschaftsethik und Urheberrecht
  • Plagiatssoftware / Mathematisierbarkeit von Wissenschaftlichkeit
  • Originalität
  • Reputation, Macht und Struktur
  • Eigenleistung, Kanonisierung von Wissen
  • Digitalisierung
  • Workshop mit der Kungliga Vitterhetsakademien Stockholm: Wissenschaftsethik und Wissenschaftspraxis im Vergleich


Außerdem wird die IAG die Akademievorlesung im Sommersemester 2015 bestreiten. Sprechen werden Glenn W. Most, Rainer Maria Kiesow und Christoph Markschies.  

© 2020 Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften