15 Millionen Euro für deutsch-arabischen Wissenschaftsdialog – Investition in eine gemeinsame Zukunft

03.02.2020 | BBAW|PM-02/2020

Die Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA) wird bis 2025 mit 15 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. AGYA bietet innovative Förderformate für exzellente arabische und deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die gemeinsam an relevanten Zukunftsfragen forschen. Die Akademie steht für nachhaltige arabisch-deutsche Wissenschaftsdiplomatie, die angesichts der aktuellen Herausforderungen wichtiger denn je ist.

Im Januar 2020 bewilligte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Förderung der Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA) für weitere 5 Jahre: Das BMBF wird AGYA über den gesamten Förderzeitraum mit 15 Millionen Euro finanziell unterstützen und schlägt damit ein neues Kapitel arabisch-deutscher Forschungskooperation auf. Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, MdB, würdigte AGYA als Erfolgsmodell der internationalen Forschungsförderung und als Leuchtturmprojekt des BMBF. Insbesondere lobt er „den multilateralen strategischen Wissenschafts- und Forschungsdialog, durch den AGYA zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen und Ländern nachhaltige Brücken baut. Angesichts der derzeitigen gesellschaftlichen Debatten, die zunehmend von Abgrenzung geprägt sind, ist es unerlässlich, stark international angelegte Projekte wie AGYA zu fördern und in die Öffentlichkeit zu bringen.“

AGYA-Projektleiterin Prof. Dr. Verena Lepper, Kuratorin am Ägyptischen Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museum zu Berlin, dankt dem BMBF für „die kontinuierliche Unterstützung, die die Grundlage für AGYAs Wachstum und Weiterentwicklung ist“ und betont: „Arabisch-deutscher Wissenschaftsdialog auf Augenhöhe ist unsere Antwort auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Förderung ist ein großer Erfolg und die Anerkennung der bisherigen Arbeit von AGYA, vor allem aber eine Ermutigung, das interdisziplinäre Portfolio von Forschungsvorhaben zu erweitern und im Rahmen der AGYA-Vernetzungsstrategie weiter auszubauen. Mit der neuen Förderung kann AGYA nun umfangreiche mehrjährige Forschungsprojekte umsetzen und die bestehende Nord-Süd-Süd-Kooperationen nachhaltig stärken.“

Seit 2013 verleiht AGYA herausragenden arabischen und deutschen Nachwuchsforschenden (3-10 Jahre nach der Promotion) eine Stimme und eröffnet ihnen neue interdisziplinäre und gesellschaftlich relevante Gestaltungsräume. Durch den Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, internationalen Expertinnen und Experten und politisch Verantwortlichen u.a. in den Bereichen alternative Energien, nachhaltige Landwirtschaft und Umweltschutz, Gesundheitspolitik, Kulturgüterschutz sowie Migrationspolitik trägt AGYA als innovativer Think Tank dazu bei, evidenzbasierte Politikstrategien zu entwickeln. Im Rahmen der neuen Förderung können AGYA-Mitglieder nun erstmals mehrjährige Forschungsprojekte umsetzen. Die gemeinsame Forschung an arabisch-deutschen Querschnittsthemen bietet insbesondere Gelegenheit für Interdisziplinarität zwischen allen Wissenschaftsgebieten, wodurch die Forschungsleistungen der Akademie auf ein neues Niveau gehoben werden können. Darüber hinaus wird AGYA die Mobilität ihrer Mitglieder durch bis zu dreimonatige Forschungsaufenthalte an arabischen und deutschen wissenschaftlichen Einrichtungen maßgeblich stärken.

AGYA ist in Deutschland an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) angesiedelt. Deren Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Grötschel, der auch Co-Vorsitzender des AGYA Advisory Board ist, sieht AGYA „über die spannenden Projekte und die wissenschaftliche Dynamik hinaus, auch als ein ungewöhnlich wichtiges wissenschaftspoIitisches Instrument, das vielfach Wege der Kommunikation öffnen kann, die auf andere Weise kaum erreichbar sind. Ihr gelingt es sogar aufgrund ihrer hervorragenden Netzwerkarbeit, Büros in arabischen Ländern einzurichten.“ Dieser Erfolg beruht nach Prof. Dr. Mahmoud Sakr, Präsident der Academy of Scientific Research &Technology (ASRT) in Ägypten und AGYA-Beiratsmitglied, maßgeblich auf der Tatsache, dass „AGYA als integraler Player in der arabischen Wissenschaftslandschaft gesehen wird. Die Eröffnung des AGYA-Büros an der ägyptischen Akademie war ein logischer nächster Schritt. Für mich zeichnet sich AGYA vor allem dadurch aus, dass zukünftige ägyptische und arabische Führungspersönlichkeiten im Wissenschaftsbereich in einem internationalen und interdisziplinären Kontext gefördert werden.“ BBAW-Präsident Grötschel und sein ägyptischer Kollege Sakr begrüßen ausdrücklich die erneute Unterstützung des BMBF. AGYA kann so auch weiterhin wesentlich an der Internationalisierung und Brückenbildung an der Nahtstelle von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik mitwirken.

Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA)
Die Arab-German Young Academy of Sciences and Humanities (AGYA) an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und an der Academy of Scientific Research & Technology (ASRT) in Ägypten wurde 2013 als erste bilaterale junge Akademie weltweit gegründet. AGYA-Mitglieder sind exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (3-10 Jahre nach der Promotion) aus den verschiedensten akademischen Disziplinen. AGYA stellt ihren Mitgliedern die für internationale Forschungsvorhaben erforderlichen Instrumente und administrativen Ressourcen zur Verfügung und stärkt damit nachhaltig die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der arabischen Welt.

Sie bietet derzeit 50 Mitgliedern – paritätisch deutsche und arabische Forschende – die einmalige Möglichkeit, interdisziplinäre Forschungsprojekte im Rahmen der arabisch-deutschen Wissenschaftszusammenarbeit zu entwickeln und zu implementieren. Die AGYA-Mitglieder und Alumni sind an wissenschaftlichen Institutionen in 18 Ländern angebunden: Algerien, Ägypten, Deutschland, Irak, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Oman, Palästinensische Gebiete, Saudi-Arabien, Sudan, Syrien, Tunesien, und die Vereinigten Arabischen Emirate.

AGYA wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und von verschiedenen arabischen Kooperationspartnern gefördert.

Weitere Informationen: www.agya.info 
Twitter: @AGYA_events 
Facebook: www.facebook.com/agya.info 

Pressemitteilung als PDF (PDF, 467KB)

Kontakt:
AGYA Büro in Berlin
The Arab-German Young Academy
of Sciences and Humanities (AGYA)
an der Berlin-Brandenburgischen Akademie
der Wissenschaften (BBAW)

Prof. Dr. Verena Lepper, Principal Investigator (PI)
Dr. Sabine Dorpmüller, German Managing Director
Jägerstr. 22-23
10117 Berlin
E-Mail: agya(at)bbaw.de 
Tel.: +49 30 20 370-281

AGYA Regionalbüro in Kairo
The Arab-German Young Academy
of Sciences and Humanities (AGYA)
an der Academy of Scientific Research & Technology (ASRT)

Dr. Amr Radwan, Head of Office
101 Kasr Al-Aini Street
11516 Kairo, Ägypten
E-Mail: agya(at)asrt.sci.eg 
Tel.: +201 225643-263

© 2020 Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften