Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften wählt acht neue Mitglieder (Überblick)

30.11.2012 | BBAW/31/2012

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hat acht neue Mitglieder dazu gewählt. Zum Mitglied kann berufen werden, wer sich durch herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet hat.

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hat acht neue Mitglieder dazu gewählt. Zum Mitglied kann berufen werden, wer sich durch herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet hat.

Es wurden gewählt:


1. Martin Carrier, Jg. 1955, Wissenschaftsphilosophie, Ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse (BBAW/PM-32/2012)


2. Hartmut Döhner, Jg. 1957, Innere Medizin, Ordentliches Mitglied der Biowissenschaftlich-medizinischen Klasse (BBAW/PM-33/2012)


3. Philip van der Eijk, Altertumswissenschaften, Ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse (BBAW/PM-34/2012)


4. Weyma Lübbe, Jg. 1961, Praktische Philosophie, Grundlagen der Rechts-, Sozial-, und Wirtschaftswissenschaften, Ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse (BBAW/PM-35/2012)


5. Michael Quante, Jg. 1962, Philosophie, Ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse (BBAW/PM-36/2012)


6. Christian Rehtanz, Jg. 1968, Energietechnik, Ordentliches Mitglied der Technikwissenschaftlichen Klasse (BBAW/PM-37/2012)


7. Constance Scharff, Jg. 1959, Neuro- und Verhaltensbiologie, Ordentliches Mitglied der Biowissenschaftlich-medizinischen Klasse (BBAW/PM-38/2012)


8. Melanie Trede, Jg. 1963, Japanische Kunstgeschichte, Ordentliches Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse (BBAW/PM-39/2012)

 

1. Martin Carriers zentrales Forschungsinteresse gilt der Frage, wie Wissenschaft in epistemischer Hinsicht funktioniert, wobei sein besonderes Augenmerk auf den Naturwissenschaften liegt. Er hat seit 1998 eine Professur für Philosophie in Bielefeld inne. Seine Leistungen wurden mit hochrangigen Auszeichnungen, darunter dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der DFG (2008) gewürdigt. Er ist bereits Mitglied der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften (seit 2000), der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz (seit 2003) und der Academia Europaea / The Academy of Europe (seit 2010).

 

2. Hartmut Döhners Forschungen umfassen die Identifizierung und Charakterisierung von genetischen Veränderungen bei verschiedenen Leukämieformen sowie die Durchführung von Therapiestudien. Er ist unter anderem Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm. Seine Mitgliedschaften in internationalen Fachgesellschaften und Gremien, umfangreiche gutachterliche Tätigkeiten sowie herausragende wissenschaftliche Ehrungen, darunter das „Kenneth McCredie Lectureship“ der International Association for Comparative Research on Leukemia and Related Disorders, Ohio/USA (2009), der „Anita- und Cuno-Wieland-Preis für transnlationale Krebsforschung“ der Universität Heidelberg (2010), und der „Wilhelm-Warner Preis für Krebsforschung“ (2011) belegen seine hohe Anerkennung als Wissenschaftler und Arzt.

 

3. Philip van der Eijks besonderes Interesse gilt der Schnittstelle zwischen Medizingeschichte und Philosophie, den sozialen und kulturellen Dimensionen der antiken Medizin und den rhetorischen Aspekten antiker fachwissenschaftlicher Texte. Seit 2010 forscht und lehrt er als Alexander-von-Humboldt-Professor für Klassische Altertumswissenschaften und Wissenschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Mitherausgeber zahlreicher namhafter wissenschaftlicher Reihen, gehört der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften an und ist Correspondant Étranger de l'Académie des Inscriptions et Belles Lettres, Institut de France.

 

4. Weyma Lübbe ist eine der profiliertesten deutschsprachigen Vertreterinnen der angewandten und systematisch ausgerichteten Praktischen Philosophie. Ihre Themen haben stets einen aktuellen Bezug, lassen aber in der Art der Bearbeitung grundlagentheoretische Dimensionen sichtbar werden. Sie war Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, Heisenberg-Stipendiatin und erhielt 2007 das Opus Magnum-Stipendium der VolkswagenStiftung. 1999 folgte sie einem Ruf an die Universität Leipzig; seit 2009 ist sie Professorin für Praktische Philosophie an der Universität Regensburg. Von 2008 bis 2012 gehörte sie dem Deutschen Ethikrat an. Im Jahr 2009 wurde sie mit dem Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, gestiftet von der Commerzbank-Stiftung, ausgezeichnet.

 

5. Michael Quantes Forschungsschwerpunkt liegt zum einen auf der klassischen deutschen Philosophie, wo er vor allem zur Philosophie Hegels und Marx‘ arbeitet, zum anderen forscht er zur Philosophie der Person und zur Angewandten Philosophie. Seine „Einführung in die Allgemeine Ethik“ ist ein Standardwerk im akademischen Unterricht. Systematisch hat er fast alle Themen der modernen Medizinethik und der Ethik der Lebenswissenschaften durch Monographien und Aufsätze in interdisziplinärer Perspektive bearbeitet. Seit 2009 hat Quante eine Professur für Praktische Philosophie in Münster inne. Er ist unter anderem Präsident der Deutschen Gesellschaft für Philosophie (seit 2012) und Sprecher des Centrums für Bioethik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

 

6. Christian Rehtanz Forschungs- und Entwicklungsarbeiten haben anerkannte Relevanz für die Lösung vieler hoch aktueller Probleme der elektrischen Energietechnik. Er hat den Lehrstuhl für Energiesysteme und Energiewirtschaft an der TU Dortmund inne und ist seit 2011 Leiter des dortigen neu gegründeten Instituts für Energiesysteme, Energieeffizienz und Energiewirtschaft (ie3). Hohe Auszeichnungen, wie der „World Top 100 Young Innovators Award 2003“ des MIT oder auch seine Adjunct Professur der Hunan Universität in Changsha/China zeugen von seiner internationalen Reputation. Er ist aktives Mitglied nationaler und internationaler Gremien wie dem Verband der Elektrotechnik (VDE), dem Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) und dem Conseil International des Grands Réseaux Électriques (CIGRE).

 

7. Constance Scharff ist Neuro- und Verhaltensbiologin und erforscht jenes Gen, das Lebewesen den Spracherwerb ermöglicht. 2007 gelang ihr gemeinsam mit ihrem Forschungsteam der Nachweis, dass die Ausschaltung des sogenannten FoxP2 Gens das Gesangslernen beeinträchtigt – ein Forschungsergebnis, das weltweit große Beachtung fand. Sie war Chercheuse Associée am Institut d´Embryologie Cellulaire et Moléculaire in Paris (1991-1993), Post-Doc an der Rockefeller University (1994-2001) und außerplanmäßige Professorin am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin (2002-2007). Seit 2004 ist sie Professorin für Verhaltensbiologie an der Freien Universität Berlin, seit 2008 Vizepräsidentin der Deutschen Zoologischen Gesellschaft.

 

8. Melanie Tredes breites Forschungsspektrum umfasst die Beziehung von Text und Malerei vom 14. bis 19. Jahrhundert, historische und zeitgenössische Kunstdiskurse im transkulturellen Austausch, gender-relevante Fragestellungen und methodische Überlegungen zur Formierung der modernen Kunstgeschichte in Japan sowie die Geschichte von Kunstkonzepten. Seit 2004 ist sie Professorin für Japanische Kunstgeschichte in Heidelberg - die erste ihrer Art im deutschen Sprachraum. Sie war Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin (2007/2008) und Toyota Gastprofessorin am Center for Japanese Studies der University of Michigan, Ann Arbor (2011/2012). Sie ist Principal Investigator im Heidelberger Exzellenzcluster „Asia and Europe in a Global Context“ (seit 2007) und arbeitet an einem Projekt zu mittelalterlichen illuminierten Querrollen in Japan.

 

Damit gehören der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften 168 Ordentliche und 89 entpflichtete Ordentliche Mitglieder sowie 68 Außerordentliche Mitglieder an. Die Akademie wählt ihre Mitglieder aus allen Wissenschaftsgebieten und aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus dem Ausland.
 


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