Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften würdigt Aufnahme von Karl Marx in das Dokumentenerbe der UNESCO

19.07.2013 | BBAW/22/2013

Die UNESCO hat am 18. Juni auf ihrer Tagung in Gwangju (Südkorea) entschieden, das Kommunistische Manifest und den ersten Band des Kapital von Karl Marx in das Weltregister des Dokumentenerbes aufzunehmen. Die Aufnahme in das Welterbe wird mit dem Einfluss dieser in alle Sprachen übersetzten Schriften auf die sozialen Bewegungen weltweit begründet.

Die UNESCO hat am 18. Juni auf ihrer Tagung in Gwangju (Südkorea) entschieden, das Kommunistische Manifest und den ersten Band des Kapital von Karl Marx in das Weltregister des Dokumentenerbes aufzunehmen. Die Aufnahme in das Welterbe wird mit dem Einfluss dieser in alle Sprachen übersetzten Schriften auf die sozialen Bewegungen weltweit begründet. Der Antrag zur Aufnahme der Marxschen Schriften wurde vom deutschen UNESCO-Komitee gemeinsam mit dem Amsterdamer Institut für Sozialgeschichte (IISG), wo der Großteil des handschriftlichen Nachlasses lagert, gemeinsam gestellt und von der BBAW unterstützt.



Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften begrüßt die Würdigung dieser Schlüsseltexte der Politik und Ökonomie von globaler Wirkmächtigkeit nachdrücklich. Durch die Entscheidung der UNESCO wird nicht nur die Bedeutung der klassischen Texte unterstrichen, sondern zugleich auf die Notwendigkeit der Pflege und Erschließung solcher Dokumente von globalem kulturhistorischem Rang hingewiesen.

 

Im Rahmen des Akademienprogramms des Bundes und der Länder wird an der BBAW die historisch-kritische Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) federführend bearbeitet. Auch die Internationale Marx-Engels Stiftung (IMES), in der die nachlassbesitzenden Institutionen zusammengeschlossen sind, hat hier ihr Sekretariat.

 

Erst vor wenigen Monaten konnte die Kapital-Abteilung der MEGA fertig gestellt werden. In jahrelanger philologischer Detailarbeit wurden sämtliche bislang unveröffentlichten Manuskripte zum Kapital, Engels’ Redaktionsmanuskripte sowie die Druckfassungen des Werkes in insgesamt 15 Bänden publiziert. Durch die erstmalige Präsentation des authentischen Textmaterials wird die ökonomiehistorische Forschung auf eine neue Basis gestellt.

 

An der historisch-kritischen Edition des Manifests der Kommunistischen Partei wird noch gearbeitet. Hier ist nur eine Manuskript-Seite mit Entwürfen von Marx überliefert, zu dokumentieren sind jedoch abweichende Druckversionen. Auch die bislang unver-öffentlichten Studien- und Exzerpthefte von Marx sowie der gesamte Briefwechsel werden in der MEGA erstmals publiziert und ausgewertet, so dass Werk und Nachlass von Marx und Engels umfassend und im historischen Kontext erschlossen werden. Von den geplanten 114 Bänden der wissenschaftlichen, im Akademie Verlag erscheinenden Marx-Engels-Ausgabe liegen derzeit 61 Bände vor.

 

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften feiert die Aufnahme der beiden Schriften von Karl Marx in das Welterbe mit einer Veranstaltung am 3. September 2013, um 18 Uhr, an der namhafte Experten beteiligt sind, u. a. Harald Bluhm, Professor für Politikwissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Projektleiter der historisch-kritischen Marx-Engels-Gesamtausgabe, Beatrix Bouvier, langjährige Leiterin des Karl-Marx-Hauses (Trier) der Friedrich-Ebert-Stiftung, Marcel van der Linden, Forschungsdirektor des Internationalen Instituts für Sozialgeschichte und Professor für die Geschichte der sozialen Bewegungen an der Universität von Amsterdam, Michael Quante, Professor für Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Birger P. Priddat, Professor für Politische Ökonomie an der Wirtschaftsfakultät der Universität Witten/Herdecke. Moderation: Gerald Hubmann, Arbeitsstellenleiter der Marx-Engels-Gesamtausgabe.

 

Pressemitteilung als PDF (PDF, 23KB)

 

Links:
http://www.bbaw.de/forschung/mega
http://www.unesco.de/uho_6_2013_dokumentenerbe.html

 

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